Rundschreiben an die Jobcenter und ArGen von der Bewegung für Menschenrechte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsämter und Jobcenter Europas,
es ist soweit, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 21. Juli 2011 (s. d. Urteil zu Brigitte Heinisch) ein Signal gesetzt und will künftig alle, die auf Mißstände hinweisen und nicht weiter Mittäter sein wollen, rechtlich schützen. Von nun an ist es nicht mehr möglich, sich damit herauszureden, im Namen des Gesetzes zu handeln und keine Wahl zu haben.
Mit dieser Information möchten wir Sie dazu aufrufen, dem Beispiel Ihrer Kolleginnen und Kollegen in Frankreich zu folgen, die ihrem Gewissen in der folgenden Erklärung Ausdruck gegeben haben:
Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik von Sud ANPE
(Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit)
„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber es gibt einfach keine Arbeit für alle. Die Zunahme von Gesprächen, die ständigen Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit schaffen, sondern erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden, ge-
zwungen, schikaniert und abgestraft zu werden.
Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf keine Weise Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der Beschäftigung und des Einkommens verletzt sind.
Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen mehr durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen mit zu beachten.
Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir erpressen sie auch nicht mit Streichung.
Wir verweigern uns auch, der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden. Wir verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung, anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren zu können.
Weder Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für den Zustand des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.
Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen, im vollen Respekt ihrer bürgerlichen Rechte."
Die Beschäftigten der ANPE aus Tarn sind gewerkschaftlich organisiert bei SUD
(Sud-anpe.81@wanadoo.fr).
Wer jetzt im alten Sinn noch weiter handelt, tut es ganz bewußt und nimmt damit auch die Konsequenzen bereits überall sichtbarer katastrophaler Entwicklungen in Kauf, die sich eines Tages genauso gegen ihn selber richten können. Je schneller aber die Solidarisierung mit der Erklärung der französischen Kollegen wächst, desto schneller werden sich die Verhältnisse
wandeln können. Also, worauf warten Sie noch? Ihr Gewissen wartet längst auf Sie!
Bewegung für Menschenrechte
es ist soweit, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 21. Juli 2011 (s. d. Urteil zu Brigitte Heinisch) ein Signal gesetzt und will künftig alle, die auf Mißstände hinweisen und nicht weiter Mittäter sein wollen, rechtlich schützen. Von nun an ist es nicht mehr möglich, sich damit herauszureden, im Namen des Gesetzes zu handeln und keine Wahl zu haben.
Mit dieser Information möchten wir Sie dazu aufrufen, dem Beispiel Ihrer Kolleginnen und Kollegen in Frankreich zu folgen, die ihrem Gewissen in der folgenden Erklärung Ausdruck gegeben haben:
Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik von Sud ANPE
(Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit)
„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber es gibt einfach keine Arbeit für alle. Die Zunahme von Gesprächen, die ständigen Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit schaffen, sondern erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden, ge-
zwungen, schikaniert und abgestraft zu werden.
Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf keine Weise Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der Beschäftigung und des Einkommens verletzt sind.
Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen mehr durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen mit zu beachten.
Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir erpressen sie auch nicht mit Streichung.
Wir verweigern uns auch, der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden. Wir verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung, anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren zu können.
Weder Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für den Zustand des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.
Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen, im vollen Respekt ihrer bürgerlichen Rechte."
Die Beschäftigten der ANPE aus Tarn sind gewerkschaftlich organisiert bei SUD
(Sud-anpe.81@wanadoo.fr).
Wer jetzt im alten Sinn noch weiter handelt, tut es ganz bewußt und nimmt damit auch die Konsequenzen bereits überall sichtbarer katastrophaler Entwicklungen in Kauf, die sich eines Tages genauso gegen ihn selber richten können. Je schneller aber die Solidarisierung mit der Erklärung der französischen Kollegen wächst, desto schneller werden sich die Verhältnisse
wandeln können. Also, worauf warten Sie noch? Ihr Gewissen wartet längst auf Sie!
Bewegung für Menschenrechte