Aussagen der deutschen Kirchenvertreter bei Ihren Weihnachtspredigten 2005
Die deutschen Kirchenvertreter forderten zu Weihnachten mehr Solidarität mit den Ärmsten und mehr gesellschaftliche Verantwortung. Wirtschaftliche Führungskräfte sollten sich nicht nur um ökonomische Belange ihres Betriebes kümmern, sondern auch um die Beschäftigten, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber, in seiner Weihnachtspredigt im Berliner Dom. Von der Politik verlangte er einen Beitrag, Jobs zu schaffen und zu sichern. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, nannte es eine leidvolle Erfahrung, sich hundertfach zu bewerben "und am Ende doch leer dazustehen."
Aussagen zu der Studie zu den Hartz-Arbeitsmarktreformen:
Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Werner Hesse, ließ kein gutes Haar auch an der zuletzt verabschiedeten Reform Hartz IV. Nach einem Jahr des In-Kraft-Tretens sei keinerlei Entlastung auf dem Arbeitsmarkt zu spüren, wohl aber habe sich die Zahl sozial Bedürftiger drastisch erhöht. Die Hartz-Reformen hätten nichts gebracht, „außer weniger Geld für die Arbeitslosen“, sagte Hesse. Die Folge sei, dass inzwischen rund sechs Millionen Menschen auf dem untersten Niveau lebten, „und das ist an der Armutsschwelle“.