CDU Stiefeltreterpolitik für die Armen
Alg II soll gesenkt werden und wird den Sturm der Betroffenen am 03. Juni 2006 auf einer Großdemonstration in Berlin ernten.
Das Aktionsbündnis Sozialproteste - ein Zusammenschluß von über 100 Sozialbündnissen in den Städten - erhebt schwere Vorwürfe gegen den haushaltspolitischen Sprecher der CDU, Steffen Kampeter, der den politischen Druck auf die SPD zur Senkung des Arbeitslosengeldes II in mehreren Interviews erhöht hat. Kampeter habe nicht alle Tassen im Schrank, die schon jetzt entwürdigenden Alg II-Regelsätze (345 Euro) noch weiter zu senken. Schon jetzt habe die Große Koalition ein zusätzliches Verarmungsprogramm von 12-15 % durch bewußte Nicht-Erhöhung der Regelsätze beschlossen, ohne daß dieses die Öffentlichkeit wahrgenommen hat.
Kampeter gehöre mit seinem stieren Haushaltslogikblick auch zu jenen Politikern, die nicht die blasseste Ahnung davon haben, was es heißt, für 4,23 Euro die tägliche Nahrung und Getränke zu bestreiten. Mit gelebter Subsidiarität - immerhin die Leitlinie der CDU in der Sozialpolitik - habe das nichts zu tun, sondern entspreche brutaler Stiefeltreterpolitik der Erniedrigung. Die CDU sollte nicht die Wut und Glut unter der Asche der Sozialproteste unterschätzen, die sich am 03. Juni 2006 in einer Großdemonstration in Berlin erneut entladen könnte.
Peter Grottian (Hochschullehrer an der Freien Universität, Berlin)
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